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04.12.2019

ARD-Sender

In Hessen wurde gestreikt

Dass bei einem ARD-Sender gestreikt wird, ist nicht neu. Dass es diesmal der Hessische Rundfunk war, wo Beschäftigte die Arbeit niederlegten, lässt aufhorchen.

Warnstreik: Wann kommt der Tarifabschluss? Foto: Andrea Wohlfart

Rund 250 Kolleginnen und Kollegen des Hessischen Rundfunks waren es, die sich gestern Mittag an dem von DJV und ver.di ausgerufenen Warnstreik beteiligten. Den Gewerkschaften war es nicht darum gegangen, dass so viele Mitarbeiter wie möglich ihren Arbeitsplatz verließen. Vielmehr wollten sie ein Zeichen setzen in einem Sender, der nicht gerade als streikfreudig gilt.

 

Das ist gelungen. 250 Streikende sind eine Zahl, über die die Verantwortlichen des HR nicht mal einfach hinwegsehen können. Zumal der Warnstreik zeitweise zu Programmausfällen im Hörfunk führte. So bekamen auch die Hörer mit, dass bei ihrem HR offenbar nicht alles in bester Butter ist. In den letzten Wochen kam es immer wieder zu Warnstreiks in ARD-Sendern. Die größten Auswirkungen aufs Programm hatten die Arbeitskämpfe bei WDR und Bayerischem Rundfunk.

 

Womöglich sind jetzt die Tarifverhandlungen auf die Zielgerade eingebogen. Denn bei Radio Bremen endete der gestrige Verhandlungstag damit, dass sich die Verhandlungspartner auf Eckpunkte für einen möglichen Tarifvertrag einigten. Dazu gehören unter anderem wesentliche Verbesserungen für 12a-Freie im Fall einer längeren Erkrankung. Die Details sollen den Mitarbeitern in den nächsten Tagen vorgestellt werden.

 

Wie auch immer die Meinungen ausfallen: Es scheint mit den Warnstreiks in den ARD-Sendern gelungen zu sein, die Blockadehaltung der Geschäftsführungen aufzubrechen. Das wäre ein echter Fortschritt.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner