31.05.2019

Türkei

Verfolgung von Journalisten muss Ende haben

Mit der deutsch-türkischen Journalistin Süheyla Kaplan soll die nächste Erdogan-kritische Pressevertreterin vor Gericht gezerrt werden. Das ist unerträglich.

Foto: William John Gauthier CC BY-SA 2.0

Tragisch am Verhalten der türkischen Regierung und Justiz ist die drohende schleichende Gewöhnung an einen eigentlich nicht hinnehmbaren Zustand. Niemand ist mehr überrascht, von einem weiteren Fall zu hören, in dem ein Journalist von den türkischen Behörden verfolgt, drangsaliert oder eingeschüchtert wird. Doch es ist wichtig, dass wir uns weiter empören und solidarisch bleiben.

 

Der Fall der Exil-Journalistin Kaplan zeigt, dass Erdogans Schergen es auf im Exil arbeitende Journalisten abgesehen haben. Deutschland wird damit einmal mehr zu einem zentralen Schauplatz des Konflikts zwischen Erdogan und seiner AKP auf der einen Seite und praktisch allen übrigen Türken auf der anderen Seite. Unsere Kollegen und Mitbürger werden eingeschüchtert von einem Regime, das alle Kritik zur Terrorpropaganda erklärt.

 

Der Deutsche Journalisten-Verband mit seinen 33.000 Mitgliedern wird zu solchen Vorgängen nie schweigen. Es ist zu wünschen, dass dies auch für die deutsche Bundesregierung gilt. Die Türkei muss endlich zur Rechtsstaatlichkeit zurückkehren und die Inhaftierungen und Berufsverbote von Journalisten beenden -ganz gleich, ob sie neben der türkischen noch eine weitere Staatsbürgerschaft haben.

 

Ein Kommentar von Sebastian Huld.