04.08.2017

Regierungs-PR

Schweigen statt Auspacken

Der gefeuerte Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses Anthony Scaramucci will nun doch nicht auspacken. Schweigen statt Generalabrechnung.

Mit Spannung war der Live-Auftritt von Anthony Scaramucci erwartet worden, der für Freitag angekündigt war. Stattdessen teilte er via Twitter mit, dass er sich um Familie, Job und Privates kümmern wolle. Schade, vielleicht hätten deutsche Regierungssprecher und PR-Profis etwas lernen können.

 

Denn vorab war ein Kommunikationskonzept durchgesickert, das Scaramucci zugeschrieben wird. Er soll es am Tag vor seinem Rausschmiss durch Donald Trump den Mitarbeitern des Weißen Hauses präsentiert haben. Wohl nicht als Diskussionsgrundlage, sondern als Befehlssammlung. Darin wird der Präsident als "der größte TV-Star aller Zeiten" bezeichnet, der von den Mitarbeitern entsprechend vermarktet werden müsse. Das Agendasetting wollte Scaramucci endgültig den Medien entreißen - mit einem eigenen Internetkanal, der täglich News über den Präsidenten liefern sollte. Wozu noch Medien, wenn das Weiße Haus rund um die Uhr über Donald Trump berichtet? Und für Journalisten sollte eigens ein Kummerkasten eingerichtet werden. Als ob die US-Kollegen die reinsten Heulsusen wären.

 

Scaramucci ist Geschichte, hoffentlich auch sein weltfremdes Konzept.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner