12.10.2017

Mesale Tolu

Journalismus vor Gericht

Das gestern begonnene Gerichtsverfahren gegen die Journalistin und Übersetzerin Meşale Tolu in der Türkei hat Pilotcharakter. Ihre Haft gilt als politische Geiselhaft.

Foto: FreiheitfuerMesale/Facebook

Meşale Tolu, die deutsche Staatsbürgerin, die vor ihrer Verhaftung in Istanbul lebte, ist mit 17 weiteren Beschuldigten angeklagt, die zeitgleich festgenommen wurden. Sie ist mittlerweile seit fünf Monaten inhaftiert. Ihr dreijähriger Sohn lebt derzeit bei ihr im Gefängnis. Ihr wird unter anderem deshalb Terrorpropaganda vorgeworfen, weil sie als Berichterstatterin an der Beerdigung kommunistischer Politiker teilgenommen haben soll. "Ich habe keine der genannten Straftaten begangen und habe keine Verbindung zu illegalen Organisationen", sagte Meşale Tolu gestern vor Gericht. Dennoch durfte sie das Gefängnis nicht verlassen. Das Verfahren läuft weiter.

Auch der Berliner Menschenrechtler Peter Steudtner ist weiter in der Türkei inhaftiert, immer noch leider auch Deniz Yücel und außerdem viele weitere  Journalisten, die einfach ihrem Beruf nachgegangen waren.

Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf? Die türkische Justiz muss Mesale Tolu und alle anderen in Geiselhaft inhaftierten Journalisten und Menschenrechtler sofort freilassen.

 

 

Ein Kommentar von Eva Werner