13.02.2018

Frankfurter Zeitungen

Ippen allerorten

Frankfurter Rundschau und Frankfurter Neue Presse sollen den Besitzer wechseln. Die Gründe sind unklar. Klar ist nur, dass das Medienimperium von Verleger Dirk Ippen noch größer wird.

Frankfurter Rundschau: Wieder unterm Hammer. Foto: Wolfgang Hörnlein

Eigentlich sah es recht gut aus in den zurückliegenden Jahren für die Frankfurter Rundschau. Nach der Insolvenz 2012, die für Belegschaft wie Leser ein Schock war, übernahm die Fazit-Stiftung, der auch die FAZ gehört, den Titel und legte ihn mit deutlich verkleinerter Belegschaft wieder auf. Seitdem ist es ruhig geworden um die FR. Welche Erwartungen die Fazit-Stiftung an FR und Frankfurter Neue Presse zuletzt hatte, ist nicht bekannt. Deshalb war die Überraschung groß, als vor einigen Tagen die Verkaufsabsichten an die Ippen-Gruppe bekannt wurden.

 

Der DJV Hessen reagierte "mit großer Sorge" um redaktionelle Arbeitsplätze und Medienvielfalt in Hessen. Der Kuratoriumsvorsitzende der Karl-Gerold-Stiftung Richard Meng versucht nun, die Befürchtungen zu zerstreuen. Die Stiftung hält nach wie vor Anteile an der FR. Dem Mediendienst Meedia sagte er: "Wir haben keine Anzeichen dafür, dass es bei ihr zu einem Stellenabbau kommt." Es gebe "nach unserer Kenntnis" niemanden, der eine Zusammenlegung der beiden Frankfurter Zeitungen plane. "Keine Anzeichen", "nach unserer Kenntnis" - das sind Floskeln, die alles heißen können. Entweder sind die Befürchtungen unbegründet oder die Karl-Gerold-Stiftung fischt im Trüben über die wahren Pläne des künftigen Eigentümers.

 

Für die Journalisten bei FNP und FR heißt es wachsam bleiben. Denn ihr künftiger Oberboss ist als knallharter Unternehmer bekannt. Aus purer Liebe zur Publizistik dürfte er die beiden Zeitungen nicht erwerben.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner