09.10.2018

Gauland in der FAZ

Inakzeptabel

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat AfD-Spitzenpolitiker Alexander Gauland einen Gastbeitrag veröffentlichen lassen. Wie passt ein Demokratieverächter in eine Demokratiestütze?

Gauland: über Populismus geredet. Foto: Huffingtonpost

Als konservativ gilt sie, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, auch als werteorientiert und im etablierten Parteienspektrum als rechtsliberal. Populismus haben dem Blatt bisher nicht mal seine ärgsten Gegner nachgerufen. Das würde auch weder zu den Inhalten noch zu der Art von Qualitätsjournalismus passen, für den die FAZ bekannt ist.

 

Wer Qualitätsjournalismus hoch hält, versteht auch etwas von den journalistischen Stilformen und kann im Schlaf herunterbeten, wofür die Rubriken einer Zeitung stehen. Zum Beispiel das "Interview" oder der "Gastbeitrag". Im Interview kann sich eine Redaktion mit einem Politiker kritisch auseinandersetzen, der das völlige Gegenteil der Werte anstrebt, für die das Blatt steht. Den Gastbeitrag eines Prominenten veröffentlicht ein Blatt dann besonders gern, wenn es sich davon intensive und kontroverse Debatten verspricht.

 

Das ist der FAZ mit dem Gastbeitrag gelungen, den AfD-Politiker Alexander Gauland in diesen Tagen in dem Blatt veröffentlichen durfte. Wie nicht anders zu erwarten war, langte er kräftig zu: Die Verlierer der Globalisierung würden nur Gehör bei den Populisten finden, behauptete er. Um dann von einer globalisierten Klasse zu schwafeln, die in allen möglichen Institutionen sitze. Nichts Außergewöhnliches, wenn man Alexander Gauland schon mehr als einmal gelesen, gesehen oder gehört hat.

 

Aber warum nur hat die FAZ ihm den Gastbeitrag angeboten? Ausgerechnet ihm, der am Abend der Bundestagswahl mit seinem "Wir werden sie jagen" klar gemacht hat, was er von der Demokratie und ihren Institutionen hält? Der die Nazi-Barbarei als "Fliegenschiss" in der deutschen Geschichte verharmlost hat? Der Demokratieverächter in dem Blatt, das sich immer als Stütze der Demokratie verstanden hat? Das passt nicht zusammen.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner