15.04.2018

FRAU MACHT MEDIEN

Forderung nach Equal Pay

Rund 260 Journalistinnen haben am Wochenende in München bei der DJV-Journalistinnenkonferenz FRAU MACHT MEDIEN darüber diskutiert, wie sie sich gegenseitig stärken können.

Einleitend stellte die stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Kathrin Konyen fest, dass die jetzt bekannt gewordenen Fälle von #metoo beim WDR wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs für den Bereich des Journalismus seien. Schließlich seien Journalistinnen doppelt vom männlich geprägten Machtgefälle betroffen: durch Vorgesetzte und durch Informanten. Um Frauen künftig auf allen Ebenen zu stärken, appellierte sie auch an die Verantwortung der Frauen füreinander: „Haltet zusammen.“

Die Medienjournalistin Silke Burmester appellierte in ihrer Keynote mit dem Titel „Journalistinnen und der Ritt auf der Schildkröte“ an die Zuhörerinnen, dass es zwar schön sei, wenn Mädchen in Filmen ihr gewohntes Terrain verlassen könnten, dass das aber dann später im Beruf schwierig werde. Ihr Appell: „Wir müssen vielleicht eine Schäm-Dich-Kampagne starten und die Firmen wie in England den Pay Gap offen legen lassen.“ Equal Pay könne das große Thema der nächsten Jahre werden. Ihr Rat an die Teilnehmerinnen: „Schickt eure Eltern in die Wüste, die euch beigebracht haben, ein liebes Mädchen zu sein. Geht in den Wald und schreit und sagt nie eine Podiumsanfrage ab, ohne eine andere Frau zu empfehlen.“

 

Julia Bönisch, Chefredakteurin von süddeutsche.de, sagte, Frauen in Führungspositionen seien leider noch kein allzu üblicher Anblick bei der Süddeutschen Zeitung. Zwar hätten es im Onlinebereich mit niedrigerem Altersdurchschnitt Frauen leichter. Aber es werde noch sehr lange dauern, bis es genauso viele Frauen wie Männer in Chefredaktionen gebe.  

 

Organisiert wurde FRAU MACHT MEDIEN von der DJV-Kommission Chancengleichheit und Diversity. Die Kommissionsvorsitzende Minou Amir-Sehhi zeigte sich begeistert, wie groß das Interesse an FRAU MACHT MEDIEN sei. Die Konferenz habe offenbar den Nerv der Zeit getroffen. Ob es in zwei Jahren bei einem reinen Frauenkongress bleibe, darüber werde sich die Kommission nach dem Feedback der Teilnehmerinnen intensiv Gedanken machen.

 

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Eva Werner

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