09.03.2018

Tarifauseinandersetzung

Es reicht!

Seit dem Morgen wird an einigen Tageszeitungen gestreikt. Denn schon in der zweiten Verhandlungsrunde haben die Verleger überzogen. An der Basis wächst der Druck.

Georg Wallraf war in der zweiten Verhandlungsrunde des BDZV mit dem DJV am 20. Februar in Düsseldorf gesundheitlich angeschlagen. Der Verhandlungsführer der Zeitungsverleger bemühte sich dennoch nach Kräften, die Tarifrunde durchzustehen. Wallrafs Gesundheitszustand und das Angebot, das die Verleger machten, hatten eines gemeinsam: Bei den Journalisten wurden sie als "krank" bezeichnet. 0,96 Prozent mehr Einkommen im Jahr bei einer fast doppelt so hohen Inflationsrate? Nicht mit uns, so der einhellige Tenor.

 

Und mit uns auch nicht, sagen heute die Journalisten an mehreren Zeitungen, die die Arbeit niedergelegt haben. Etwa in Ostwestfalen oder der Region Stuttgart. Denn bei wachsendem Stress in den Redaktionen hört für sie der Spaß auf, wenn die BDZV-Vertreter am Verhandlungstisch außer Poker nichts im Sinn haben. So ihr Eindruck von den ersten zwei Verhandlungsrunden.

 

Wenn am kommenden Montag DJV und BDZV zur dritten Tarifrunde in Stuttgart zusammenkommen, haben die Verleger jede Chance, um weitere Arbeitskämpfe abzuwenden oder sie erst richtig zu befeuern. Dann wäre es gut, wenn der Verhandlungsführer des Arbeitgeberlagers gesundheitlich wieder auf dem Posten wäre.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner