09.08.2017

Sportberichterstattung

Eins zu null für Seppelt

Im Streit mit dem Fußballexperten Mehmet Scholl hat die ARD ihrem Dopingexperten Hajo Seppelt den Rücken gestärkt. Gut so.

Nein, einen so fiesen Bericht über das hässliche Thema Doping wollte Mehmet Scholl nicht im Programm zum Confed-Cup haben. Nichts Fieses an einem so schönen Tag! Als die Programmverantwortlichen der ARD seinem Wunsch nicht entsprachen, zog er seiner Wege. Nicht ohne eine Menge Fragezeichen zu hinterlassen.

 

Ungewollt hatte sich Scholl mit einem Journalisten angelegt, der wie kein anderer Sportjournalist für mutige und zähe Recherchen steht: Hajo Seppelt, inzwischen zum "ARD-Dopingexperten" geadelt, hat maßgeblichen Anteil daran, dass sich immer mehr Kollegen aus dem Sport nicht nur für Tore, Titel, Meisterschaften interessieren, sondern auch für das, worüber Sportverbände nicht so gern reden. Oder kürzer: Eins-zu-null-Berichterstattung war gestern, Dopingrecherchen sind heute.

 

Die ARD weiß, was sie an Seppelt hat. Und deshalb verlief das Gespräch, das ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky mit Scholl führte, anders, als es sich der Fußballexperte vorgestellt hatte. Scholl müsse und werde künftig die redaktionelle Hoheit akzeptieren, sagte Balkausky. Eins zu null für Seppelt, hurra!

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner