09.01.2018

Rheinische Redaktionsgemeinschaft

Einen Tag verschnaufen

Der längste Warnstreik in der Geschichte der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft ist vorbei. Morgen findet die siebte Verhandlungsrunde um einen fairen Haustarifvertrag statt. Ob die Geschäftsleitung die Lehren aus dem Arbeitskampf zieht?

Streik in Euskirchen: entschlossene Belegschaft. Foto: Klaus Daub

Das hat es noch nicht gegeben: Mehr als 100 Journalisten und Redaktionsbeschäftigte der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) aus dem Kölner Umland waren zu einem sechstägigen Warnstreik aufgerufen. Es galt, Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen um einen Haustarifvertrag zu bringen. Gestern Morgen um 6.00 Uhr war Schluss. Bis Mittwoch ist nun Zeit, Bilanz zu ziehen und den Blick auf die siebte Verhandlungsrunde zu lenken.

 

 

Auftakt des Warnstreiks war eine zentrale Kundgebung am 2. Januar in Euskirchen, mit musikalischer Unterstützung der Liedermacher Klaus Pesch und Günter Hochgürtel, anschließend zogen etwa 50 Beschäftigte durch die Euskirchener Innenstadt. Zum Warnstreik hat es viele Solidaritätsadressen gegeben: von Kollegen der Madsack-Zeitungsgruppe, von der Kölner und der Euskirchener SPD sowie den Linken in Köln. Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker aus Siegburg unterstützt die Forderungen der RRG-Beschäftigten: "Eine freie, unabhängige und ausgewogene Berichterstattung ist in Zeiten von fake news, die sich über soziale Medien massenhaft verbreiten lassen, wichtiger denn je. Guter Journalismus braucht dazu Tarifverträge mit fairen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen. Als Leserin beider Zeitungen der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft weiß ich Qualitätsjournalismus zu schätzen und unterstütze daher diese Forderungen der Lokaljournalisten."

 

Ob die RRG-Geschäftsführung die Lehren aus dem Arbeitskampf zieht? Bis zum morgigen Mittwoch hat sie dafür noch Zeit. Dann wird in Köln wieder verhandelt.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner