22.11.2019

Der lange Atem

Ein Hoch auf die Recherche!

Der Berliner Journalistenverband hat wieder den Preis "Der lange Atem" verliehen. Ein Fest für die Recherche und für mutige Journalistinnen und Journalisten.

Langer Atem: Trophäen für Beharrlichkeit. Foto: Sabine Gudath

Schon als Volontärin hat Dinah Riese "ihr" Thema entdeckt: den Paragrafen 219 und die Schwangerschaftsabbrüche. Immer wieder hat sie in der taz berichtet, hat mit Frauen gesprochen, mit Ärztinnen, die mit einem Bein im Gefängnis standen. Je öfter sie das tat, desto mehr Anfeindungen war sie ausgesetzt. Abtreibungsgegner schossen sich auf sie ein. Dennoch: Dinah Riese, längst Redakteurin der taz, blieb ihrem beharrlichen Journalismus treu.

 

Genauso wie das Rechercheteam aus einer Reporterin und vier Kollegen, die sich an "Hannibals Netz" machten und es aufknüpften. Ihnen ist zu verdanken, dass der Begriff "Prepper" eine neue Deutung erfuhr: Denn sie fanden heraus, dass Prepper keine verschrobenen Käuze sind, die Vorräte bunkern und den Weltuntergang herbeizittern, sondern dass es sich um militante Rechtsextremisten handelt, die am Tag X zuschlagen wollen und sich darauf minutiös vorbereiten. Wie Dinah Riese hat dieses Team auch für die taz recherchiert.

 

Zwei Beispiele für herausragende Recherchen und tolle Geschichten. Sie wurden gestern mit dem Journalistenpreis "Der lange Atem" des DJV Berlin/Journalistenverband Berlin-Brandenburg ausgezeichnet. Sie haben es verdient. Mögen sie viele Nachahmer finden. Denn das macht guten Journalismus aus.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner