12.09.2019

Funke

Der Chef geht

Die Tage von Ove Saffe, Zeitungschef der Funke-Medien, scheinen gezählt zu sein. Für die tausenden Mitarbeiter bedeutet das nichts Gutes.

Funke-Medien: permanente Verunsicherung. Foto: Anja Cord

Ob Ove Saffe vorzeitig die Spitze von Funke verlassen muss oder ob er bis zum Auslaufen seines Vertrags bleibt, ist noch offen. Festzustehen scheint aber, dass er gehen muss. Einem Bericht zufolge soll der Aufsichtsrat von Funke einstimmig beschlossen haben, sich von Saffe zu trennen. Und das nach gerade mal eineinhalb Jahren, die er als Konzerngeschäftsführer für das Zeitungsgeschäft verantwortlich zeichnete. Angeblich sollen die Zeitungen dicke rote Zahlen schreiben.

 

Was heißt das für die Funke-Mitarbeiter? Das menschliche Bedauern mag sich in Grenzen halten, denn wie andere geschasste Topmanager auch dürfte Saffe nicht die harten Bänke eines Jobcenters drücken müssen. Als Heiliger ist er bisher bei Funke nicht in Erscheinung getreten. Die Journalisten der Funke-Blätter sind eh schon verunsichert, weil die Zukunft ihrer Arbeitsplätze alles andere als sicher ist. Zuletzt war davon die Rede, dass die thüringischen Titel komplett auf Digitalausgaben umgestellt werden sollen.

 

Aber Ove Saffe gilt als angenehm im Umgang und als überzeugendes Gegenstück zu den Diplom-Hektikern, die sonst häufig an der Spitze von Unternehmen stehen. Und er versteht eine Menge von Journalismus und von Redaktionen. Dass sich eine Zeitung nur so lange verkauft, wie die Leser den Journalisten des Blattes vertrauen, muss Saffe niemand sagen. Seinem Nachfolger womöglich schon. Co-Geschäftsführer Andreas Schoo, der womöglich bald allein das Zepter schwingt, sieht in Redakteuren Schreibbeamte, die sich von einer Pause zur nächsten hangeln. Schlechte Voraussetzungen für eine fruchtbare Zusammenarbeit.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner