12.04.2018

"Medienüberwachungsdienst"

Big Brother oder PR?

Was ist dran an Berichten über einen angeblichen Medienüberwachungsdienst, den die US-Regierung aufbauen will?

Donald Trump: Überwachung oder Monitoring? Foto: The White House

Spiegel Online berichtete am Mittwoch ausführlich über das gestörte Verhältnis von US-Präsident Donald Trump zu Medien und Journalisten und lieferte zahlreiche Beispiele aus jüngster Vergangenheit dafür, dass Trump mit dem Journalismus über Kreuz ist. Das ist nicht neu, aber der Anlass für den Bericht offenbar schon. Denn laut Spiegel Online läuft am Freitag eine Ausschreibung des US-Heimatschutzministeriums für den Aufbau eines Medienüberwachungsdienstes aus. Nachrichtenquellen aus dem In- und Ausland sollen demnach ausgewertet und Journalisten in einer Datenbank erfasst werden. "Die Details scheinen von George Orwell zu stammen", urteilte Spiegel Online.

 

"Hysterisch" sei der Bericht, erfuhr der DJV auf Nachfrage bei der US-Botschaft in Berlin. Niemand solle überwacht werden, hieß es. Vielmehr solle eine Datenbank zum Medienmonitoring aufgebaut werden. Das ist ein Tool, mit dem alle größeren Pressestellen arbeiten und das der Erfolgskontrolle der eigenen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dient. Dazu wolle die Botschaft noch offiziell Stellung nehmen, wurde versichert. Das ist bisher noch nicht passiert.

 

Wer nun Recht hat, bleibt vorerst noch offen. Besorgniserregend ist, dass man Donald Trump einen Medienüberwachungsdienst zutrauen muss.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner