09.09.2019

Fake News

Abwehr geplant

Die britische BBC plant ein Bündnis gegen Fake News. Eine gute Sache, wenn sie international aufgezogen wird.

Dass Fake News den politischen Diskurs vergiften und Wahlen beeinflussen können, ist spätestens seit dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf von 2016 bekannt. Dass sie darüber hinaus eine echte Bedrohung für den Journalismus darstellen, hat sich inzwischen herumgesprochen. Eine Antwort darauf ist der Faktenfinder der ARD: Hier überprüfen Journalisten den Wahrheitsgehalt von vermeintlichen Tatsachen und weit verbreiteten Gerüchten.

 

Die britische BBC geht jetzt einen Schritt weiter. Der Sender kündigte eine groß angelegte Initiative gegen Fake News an, die zusammen mit anderen Medien und Technikfirmen an den Start gehen soll. Financial Times, Reuters, Wall Street Journal, Agence France-Presse und Canadian Broadcasting Corporation sind mit von der Partie, weitere sollen folgen. Die Ziele: Ein Frühwarnsystem gegen Fake News soll aufgebaut werden, das insbesondere vor und während einer politisch bedeutsamen Wahl systematische Falschinformation aufdeckt, indem es alle Beteiligten eng miteinander vernetzt. Erste Schritte sind Workshops zu Medienerziehung und Wählerinformation sowie ein Erfahrungsaustausch darüber, wie man bei problematischen Entwicklungen rund um Wahlen gegensteuern kann.

 

Das alles muss noch inhaltlich unterfüttert werden, aber die Tendenz ist klar: Die großen Medien des angelsächsischen Raums wollen nicht tatenlos zusehen, wie sich Fake News immer weiter verbreiten. Gut wäre eine Ausdehnung der Zusammenarbeit auf weitere Länder, zum Beispiel Deutschland. Zumindest die öffentlich-rechtlichen Anstalten wären geeignete Kandidaten für die Kooperation.

 

Ein Kommentar von Hendrik Zörner