DJV-Lexikon: Vorgezogenes Krankengeld

Krankengeld wird bereits vor der 7. Woche einer Krankheit gezahlt, wenn das extra vereinbart wurde.

Krankengeld wird bei gesetzlich Krankenversicherten in der Regel nach sechs Wochen der Krankheit gezahlt. Der Erkrankte erhält dann 70 Prozent seines vorherigen Bruttoentgelts, höchstens aber 90 Prozent seines Nettoentgelts. Krankengeld wird bei Redakteuren gezahlt, die über den Arbeitgeber versichert sind, und auch bei freien Journalisten, die über die Künstlersozialkasse gesetzlich krankenversichert sind.

Für freie Journalisten, die über die Künstlersozialkasse oder die Rundfunkanstalt Anspruch auf Krankengeld ab der 7. Woche haben, gibt es die Möglichkeit, vorgezogenes Krankengeld zu versichern, das dann bereits ab der dritten Woche gezahlt wird. Dazu müssen sie Wahltarife bei der Krankenversicherung abschließen. Diese kosten mitunter nur 15 Euro kosten. Wichtig: Der Abschluss eines Wahltarifs bedeutet eine dreijährige Bindung an die Krankenkasse.

Nach den Tarifverträgen an Rundfunkanstalten erhalten Freie, die intensiver für die Anstalt haben (im Regelfall rund 42 Tage im Halbjahr) manchmal ab dem ersten Krankheitstag, oft ab dem vierten und manchmal auch erst ab dem siebten Krankheitstag einen Zuschuss vom Sender, der je nach Anstalt einer (allerdings reduzierten) Entgeltfortzahlung entspricht.

Freie Journalisten an Rundfunkanstalten, die über den Sender gesetzlich versichert sind, erhalten Krankengeld nur dann, wenn sie mit dem "normalen" Beitragssatz, nicht etwa dem ermäßigten Beitragssatz bei der Krankenkasse gemeldet sind (bitte bei Krankenkasse nachfragen, mit welchem Status Sie versichert sind).

Freie Journalisten, die weder über die Künstlersozialkasse noch die Rundfunkanstalt, sondern als Selbständige freiwillig bei der besetzlichen Krankenversicherung versichert sind, müssen Krankengeld per "Wahlerklärung" und vorgezogenes Krankengeld per "Wahltarif" explizit vereinbaren. Bei diesem Kreis der Selbständigen wird das Krankengeld nur gezahlt, wenn die Krankheit mehr als sechs Wochen am Stück dauerte, das heißt, anders als bei sonstigen gesetzlich Versicherten führt die Unterbrechung der (gleichen) Krankheit immer wieder zum erneuten Lauf der Sechs-Wochen-Frist.