DJV-Lexikon: Urhebernennung

Das Recht auf Nennung als Urheber eines Beitrags ist gesetzlich geregelt und kann nicht einfach vertraglich ausgeschlossen werden.

.

Journalisten haben ein gesetzliches Recht auf Nennung ihres Namens neben ihrem Beitrag, sei es ein Textbeitrag oder ein Foto. Gleiches gilt im Hörfunk und TV. So fordert es der § 13 Urheberrechtsgesetz. Wird der Name nicht genannt, haben Journalisten einen Schadensersatzanspruch gegen das jeweilige Medium in Höhe eines angemessenen Honorars, mindestens aber in der Höhe des Betrags, den sie für die Veröffentlichung im Medium erhalten haben.

Das Recht auf Namensnennung kann weder durch Geschäftsbedingungen oder Standardverträge außer Kraft gesetzt werden. Auch Verträge zwischen der Tageszeitung und Nachrichtenagenturen schützen die Tageszeitung nicht vor Ansprüchen der Journalisten.

Warum ein Recht auf Namensnennung? Für Journalisten ist die Nennung ihres Namens wichtig als Beleg ihrer Arbeit gegenüber der eigenen Redaktion, der Öffentlichkeit und natürlich auch zur Eigenwerbung innerhalb und außerhalb des Mediums. Potenzielle Interessenten an den Nutzungsrechten haben keine einfache Möglichkeit, den Autoren festzustellen. Auch gegenüber Verwertungsgesellschaften ist der Nachweis der Autorenschaft dann erheblich schwieriger. Hinzu kommt natürlich die fehlende Anerkennung, die ein guter Text, ein gelungenes Bild, eine perfekte Reportage im Hörfunk und TV mit sich bringen kann.

Der Fachausschuss Bildjournalisten des Deutschen Journalisten-Verbandes führt seit einigen Jahren jeweils am Welttag des Urheberrechts eine Aktion durch, mit der auf diese Gleichgültigkeit gegenüber einem gesetzlich klar definierten Anspruch hingewiesen werden soll Allerdings nicht durch eine negativ ausgerichtete Maßnahme, sondern mit positivem Unterton.

Es werden jeweils die Zeitungen gesucht und ausgezeichnet, die am besten mit den Rechten der Bildjournalisten umgehen. Im gesamten Bundesgebiet setzten sich auch dieses Jahr wieder Teams aus Bildjournalisten und Mitarbeitern der DJV-Geschäftsstellen in Bund und Ländern zusammen, um Tageszeitungen auszuwerten. Mit Leuchtstift und Textmarkern bewaffnet, wurden Dutzende von Zeitungen durchgeforstet.

Da die Teams nicht aus Wissenschaftlern bestehen, muss natürlich mit gewissen Abweichungen bei der Beurteilung gerechnet werden. Wenn eine Zeitung beispielsweise dauerhaft ein sehr kleines Bild von einem Redakteur neben dessen Beiträgen nutzt, dann mag dem einen Team das als vernachlässigbar erschienen sein. Andere mögen hier strenger gewesen sein.

Doch trotz der hier einzuräumenden Zähl- und Bewertungsdifferenzen in einer stichprobenartigen, nicht wissenschaftlich durchgeführten Untersuchung lassen sich deutliche Tendenzen zeigen. Bei den Siegern fiel auf, mit welcher Sorgfalt zum Teil auch bei kleinsten Bildern der Namen der Bildjournalisten angebracht wurden, bei der Berliner Morgenpost sogar bei Ausschnitten aus Hollywoodproduktionen. Bedenklich dagegen muss stimmen, dass etwa eine große Tageszeitung wie die F.A.Z. trotz grosser, anerkannter Bildredaktion ganz weit hinten abschneidet.

Fotografen haben rechtlichen Anspruch auf Namensnennung

Der internationale Rat der Urheber Bildender Kunst und der Fotografen (CIAGP) hat sich auf seinem Kongress in Madrid am 16. und 17. November 1982 mit dem Anspruch der Fotografen auf Namensnennung befasst.

Er hat festgestellt, dass dieser Anspruch durch die Veröffentlichung von Fotos ohne Abdruck eines Urhebervermerks ständig und in großem Umfang verletzt wird. Der Rat hat darauf hingewiesen, dass das Recht auf Namensnennung ein Teil des Urheberpersönlichkeitsrechts ist und fordert strikte Beachtung des sich hieraus ergebenden grundlegenden Anspruchs der fotografischen Urheber.

Die unterzeichnenden Organisationen folgend der Aufforderung des CIAGP und werden alles in ihrer Macht stehende tun, um den Publikationsorganen die Bedeutung der Namensnennung für die Fotografen deutlich zu machen.

Sie weisen ergänzend auf die Bestimmungen des Urheberrechts hin, das in § 13 die Namensnennung ausdrücklich vorschreibt. Dieser Anspruch ist nur erfüllt, wenn die Zuordnung des Urhebervermerks zum veröffentlichten Bild zweifelsfrei ist.

Die Unterzeichner werden den Anspruch der Fotografen auf Namensnennung voll unterstützen.

Arbeitskreis Werbe-Mode-Industriefotografie (AWI),

Hamburg Bund Freischaffender Foto-Designer (BFF),

Stuttgart Bundesverband der Pressebild-Agenturen und Bildarchive (BVPA),

Berlin Centralverband Deutscher Photographen (CV),

Düsseldorf Deutsche Journalisten-Union in der IG Druck und Papier (dju), Stuttgart

Deutscher Journalisten-Verband (DJV), Bonn

EUROPHOT, Vereinigung Europäischer Berufsfotografen, Brüssel

Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL), Münster

Mittelstandgemeinschaft Foto-Marketing (MFM)

Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, Bonn/München


25. September 1983